Geologie
Referenzen
1. Genese
Der Löbejüner Quarzporphyr ist ein vulkanisches Gestein. Aus geologischer Sicht ist er Teil des 500 km² großen Halleschen Vulkanischen Komplexes, welcher an der Grenze Oberkarbon-Rotliegend vor ca. 300 Mio. Jahren entstand. Er erreicht Mächtigkeiten von mehr als 800 Metern. Die Lagerstätte Löbejüner Porphyrs ist weitständig geklüftet, so dass große Rohblöcke gewonnen werden können. Aus dem Fehlen gefügebedingter Schwächezonen und der daraus resultierenden isotropen Gefügeeigenschaften ergibt sich eine uneingeschränkte Werksteineignung.
Durch Kristallisation aus einer zähflüssigen Schmelze bildete das auch als Rhyolith bezeichnete Gestein sein typisches, porphyrisches Gefüge aus. In einer feinkristallinen, lachsroten Grundmasse (ca. 66 %) finden sich richtungslos-körnig verteilte großkristalline, grobkörnige Einsprenglinge (bis 30 mm) von karmin- bis korallenroten und hellgrauen Feldspäten und wasserklarem, perlenförmigen Quarz. Mineralogisch setzt sich das Gestein aus Quarz (ca. 27 %), Orthoklas (ca. 40 %), Plagioklas (ca. 27 %) und Biotit (ca. 6 %) zusammen. Die typische, rötliche Färbung resultiert aus akzessorischen Beimengungen von Hämatit und Magnetit. Aus geochemischer Sicht besteht der Löbejüner Porphyr aus folgenden Hauptgemengteilen: ca. 72 % SiO2, ca. 13 % Al2O3, ca. 6 % K2O, ca. 3 % Na2O.
2. Petrographische Eigenschaften
Löbejüner Porphyr wird aufgrund seiner großen Verwitterungsbeständigkeit und Härte sehr geschätzt. Das Gestein weist Druckfestigkeiten von bis zu 180 MPa auf, ist frost- und säurebeständig und die Oberfläche kann als dauerhaft haltbar angesehen werden. Die Rohdichte des Gesteins liegt bei ca. 2,6 g/cm³. Das Gestein weist bauphysikalisch eine günstige Verteilung der Porenradien auf. Der Hauptteil der Porengrößen liegt zwischen 0,1 und 0,01 µm. Dadurch resultierend kann kapillares Saugen nahezu ausgeschlossen werden. Betrachtet man dazu den geringen Abrieb und die guten mechanischen Kennwerte sowie die Eigenschaften des Mikrogefüges, so ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche gepflasterte Straßen trotz höchster Belastung nach über 100 Jahren noch immer eine ausgezeichnete Qualität aufweisen.
In der Gruppe der Naturwerksteine nimmt der Löbejüner Porphyr eine besondere Stellung ein: es ist das einzige rötliche Hartgestein, das derzeit in Deutschland gewonnen und unter industriellen Bedingungen zu Fassaden, Bodenbelägen oder ähnlichen hochveredelten Naturwerksteinprodukten verarbeitet und vertrieben wird.